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Jakob Kuisle wurde als 10. von elf Kindern 1930 geboren. Seine Erzählungen aus Kindheit und Jugend vermitteln starke Eindrücke vom Leben und Wirtschaften auf einem Ostrachtaler Bauernhof in den 1930er bis 1950er Jahren. Wie durch ein Schlüsselloch der Zeit blickt der Leser des Buchs auf Facetten des Alltags wie der Herstellung von Pechpflaster, Kinderspielen an der Ostrach oder auf dem Werksgelände der alten Kalkbrennerei. Dass Kinder von Hindelang nach Fischen zu Fuß gingen, um Holzschuhe auszuliefern, oder dass sechzig Schulkinder in einem Raum unterrichtet wurden, erscheint dem Leser von heute unglaublich. Müßiggang im Sinne von „unproduktiv“ verbrachter Zeit war Kuisles Vater ein Greuel, und so fand er für jedes Alter und jede Jahreszeit Tätigkeiten für seine acht Söhne und drei Töchter. Familienfremde Arbeitskräfte gab es nicht auf dem Hof in Liebenstein und auch keine Zugtiere oder Antriebsmaschinen. Mit feinem Humor nannte der Vater seine Familie deshalb das „Gutshofpersonal“. Später berichtet er vom Kriegsende im Ostrachtal und seiner „wilden“ Zeit als Heranwachsender, die mit seiner Heirat endete. Jakob Kuisle verstarb im Jahr 2008. Seine Aufzeichnungen wurden nun von seiner Tochter Anita Kuisle im Ursus Verlag herausgegeben.
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