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Der Markt Hindelang und seine Pfarrei
Durch einen glücklichen Zufall wurde eine kleine Schrift mit dem wenig aussagenden Titel „Pfarrei Hindelang“, dem Ursus Verlag in Hindelang für einen Nachdruck angeboten. „Mit dieser von außen völlig unscheinbaren Publikation, deren Seiten vom Zahn der Zeit bereits sehr angegriffen sind, haben wir eine Rarität in die Hand bekommen, deren historischen Wert zuvor niemand so recht eingeschätzt hat“, ist Verleger Thomas Niehörster überzeugt. Selbst viele heimatkundlich Interessierte kennen das Bändchen nicht, das über die „Urgeschichte“ Hindelangs folgendermaßen berichtet: „Ueberhaupt sind die Leute dieser Gegend der Ueberzeugung, Hindelang sei ein ganz uralter Ort, und wenn Gott Vater bei der Schöpfung der Welt auch gerade nicht die alten Häuser von Hindelang mitgeschaffen habe, so habe er doch schon ganz gewiß den Platz geschaffen, auf dem die alten und neuen Häuser stehen.“ Da wird über „Die Ritterburg und ihre Bewohner“ geschrieben, von den „Hoheitsrechten in alter Zeit“ berichtet, dem Kirchen-Zehnten wie von „Milden Stiftungen“. Neben der „Beschreibung der Orte, welche in die Pfarrei Hindelang eingepfarrt sind“ gibt ein Kapitel „Merkwürdige Begebenheiten“, die Geschichte eines Raubmörders, eine andere einen Bericht über „Wild und Jagd“ wieder. Der Band, der seinerzeit in winzig kleingedruckter Frakturschrift erschienen ist, wurde in eine größere, nun gut lesbare Schrift gesetzt.
„Die Pfarrei Hindelang“ enthält aus der Sicht eines Reiseerzählers um 1900 aufgeschrieben - die spannende Geschichte des Ostrachtals von der Urzeit an bis zur Entstehung des Marktes Hindelang mit seinen Ortsteilen und all‘ der Menschen, die dazu beigetragen haben - einen wahren Schatz an historischen Begebenheiten um die Pfarrei Hindelang: Die Geschichte vieler ehrbarer Bürger, wie auch die von Rittern und Äbten, in deren wechselseitigen Besitz das „Hindelangertal“ überging und manch kauziger Menschen. Berichte vom Schwefelbad in Oberdorf, vom Laubschnittertanz, der Kirbe auf dem Gailenberg, einem Raufhändel mit Folgen, meterhohem Schnee auf dem Oberjoch und von der bis heute andauernden Spendenfreudigkeit der Hintersteiner.
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