Die Liebe zur Literatur und die Besessenheit Bücher zu verlegen 

Um ein wenig Einblick in das Seelenleben eines Kleinverlegers zu geben, möchte ich mich selber aus dem Minipressen-Katalog 1974 zitieren:
"Der Verlag…..produziert, weil es Freude macht, am Literaturprozess teil zu nehmen. Ohne ein konkret politisches Ziel zu verfolgen, spiegeln die Publikationen des Verlags - insbesondere in seinen Anthologien - das Geschehen des jungen "literarischen Untergrundes" der Jahre um 70 in umfassender Weise.
Neben der Veröffentlichung von Arbeiten junger Autoren, stehen Erstveröffentlichungen von Autoren, die inzwischen von größeren Verlagen oder dem Rundfunk "entdeckt" wurden. Der Publikationsweg des Verlages erstreckt sich von der Literaturzeitschrift bis hin zu einem "Wolf-Vostell-Antwort-Happening" in Buchform, zu dem über 40 Autoren, Fotografen und Grafiker der "Szene" Beiträge geliefert haben."

Oder wie N.A. Eichler in einem Vorwort zum Katalog schreibt: "Denn das, was die kleinen Verlage nicht und die großen im Überfluss haben, nämlich Geld, ersetzen sie durch etwas, das den Riesen längst verloren gegangen ist: Phantasie, Kreativität, Geist, Charme, Witz."

Man verlegt also, was einem wichtig erscheint und von dem man glaubt, dass es auch anderen Menschen gefallen könnte. Da die Bücher keine hohen Auflagen erreichen, muss das vorhergehende das nächste Buch finanzieren.