Bücher die man sonst nicht findet


Bücher von Kleinverlagen findet man nur selten im Buchhandel. Genau wie die großen Verlage trauen sich auch die Buchhändler nicht, Bücher unbekannter Autoren an ihr Lager zu nehmen. Was ein völlig absurder Vorgang ist, da so diese Bücher möglicherweise interessierten Kunden gar nicht erst bekannt werden können.

Wie kommen nun Bücher aus Kleinverlagen zum Leser? Viele dieser Bücher, die im Gegensatz zu den Titeln in großen Verlagen nur in einer geringen Stückzahl (Auflage) hergestellt werden, werden im Familien- und Freundeskreis des Autoren verkauft. Die meisten Kleinverlage verfügen über eine Adresskartei von Buchliebhabern und an Literatur interessierten Menschen, denen sie ihre neuen Bücher anbieten. Zudem haben heute viele Kleinverlage eine eigene Seite im Internet.

In den 60er-Jahren haben Kleinverlage die "Frankfurter Buchmesse", die jährlich im Oktober stattfindet, genützt, um ihre Bücher vor den Messetoren auf Verkaufsständen an Interessenten direkt zu verkaufen, da ein Stand auf der Buchmesse einfach zu teuer war. Ende der 70er-Jahre entstand eine alternative Messe, die Mainzer-Minipressen-Messe, die jeweils zur Zeit der Buchmesse eben in Mainz statt fand. Hier konnten die Kleinverlage, von denen es in jenen Jahren rund 200 nennenswerte gab, in Hallen ihre Stände aufbauen.

Der Buchhändler Thomas Neuffer hat 1970 und 1971 einen Katalog herausgegeben, den er "Bücher die man sonst nicht findet" nannte, und der zahlreiche Verlage der Szene mit ihren Autoren und Büchern vorstellte. Diese Kataloge sind heute eine Rarität, da sie nicht nur ein Zeitdokument darstellen, sondern auch von der grafischen Gestaltung her gut aufgemacht sind. Die Kataloge sind in den Folgejahren beim Maro Verlag, Augsburg, erschienen.